Adam-Eck-Schrank
Object numberEFPiB-0548
TitleAdam-Eck-Schrank
Creator Adam Eck
DescriptionDer reich verzierte Kabinettschrank trägt an der Unterseite einen Brandstempel mit den Initialen der Fürstin Lucie von Pückler-Muskau (LFPM) und kann damit eindeutig ihrem Inventar zugeordnet werden. Bereits zu ihren Lebzeiten (1776-1854) galt dieses Möbel als „antik“, wird es doch auf das Jahr 1650 datiert.
Originell an diesem Holzschrank ist sein umfangreiches Dekor, welches aus kunstvollen wie seltenen Reliefintarsien besteht. Es gab nur wenige Meister im 17. Jahrhundert, die diese Technik beherrschten. Einer von ihnen war Adam Eck, dessen einmaliger Stil sich auch am Branitzer Beispiel ablesen lässt.
Solch ein Kabinettschrank zählte zu den künstlerisch anspruchsvollsten Erscheinungen europäischer Möbelkunst. Diese Schränke entstanden parallel mit den fürstlichen Kunst- und Wunderkammern im 16. Jahrhundert. Ihr Inneres ist meist kleinteilig und setzt sich aus zahlreichen Fächern und Schubladen zusammen.
Auf einer historischen Fotografie von 1890 ist zu sehen, dass der Schrank in der Bibliothek des Schlosses aufgestellt war. Der Standort des Schrankes vor dieser Zeit ist nicht bekannt. Der Vergleich mit einer weiteren historischen Aufnahme (zwischen den Fenstern) zeigt, dass der Schrank nicht mehr vollständig ist. So fehlen seit 1945 ein Türflügel, die Tür der zentralen Nische sowie zwei gedrehte Säulen, welche den Gewölbebogen im Inneren des offenen Faches stützten.
Der Kabinettschrank erscheint wie eine Bildergalerie zum Thema Christliche Glaubensfestigkeit. Die Türflügel waren außen mit je zwei fast quadratischen Relieffeldern dekoriert. Sie sind den patres ecclesiae – den vier römischen Kirchenvätern gewidmet. Auf den Innenflächen sind die vier Evangelisten dargestellt. Die zwölf Bildtafeln im Inneren, von denen heute noch zehn erhalten sind, zeigen das Credo in Deum – das apostolische Glaubensbekenntnis. In der zentralen Nische ist Jesus im Grab zu sehen, zu dem sich just in diesem Moment ein Engel gesellt.
Für die Egerer Meister – wie generell im Kunsthandwerk jener Zeit – war es üblich, graphische Blätter als Vorlagen für die Arbeiten zu nutzen. Auch für den Branitzer Schrank sind solche Vorlagen nachweisbar. So folgen die Schnitzereien der Türflügel Darstellungen des italienischen Malers Paolo Veronese (1528–1588), dessen Bildzyklen von Kupferstechern wie Matthäus Merian d. Ä. (1593–1650) in Druckgrafik übersetzt und dann vielfach publiziert wurden. Ähnliches gilt für die Bildtafeln im Inneren. Sie folgen einer Kupferstichreihe von Johann Sadeler (1550–1600), der sich wiederum auf Entwürfe des einflussreichen flämischen Malers Marten de Vos (1523–1603) bezog.
Die Blütezeit der Reliefintarsien war im 17. Jahrhundert. Vor allem in der Stadt Eger (heute Cheb in Tschechien) am gleichnamigen Nebenfluss der Elbe im Fichtelgebirge hatten sich viele Bildschneider auf diese besondere Schnitzkunst spezialisiert. Ausgerechnet im verheerenden Dreißigjährigen Krieg boomte die Egerer Intarsienkunst. Durch die verhältnismäßig kurze Phase der Kultivierung dieses Handwerks sind heute nur wenige Werke erhalten.
Als einer der Begründer der Technik im deutschsprachigen Raum gilt Adam Eck (1604-1664), der sich nicht nur als Handwerker, sondern in erster Linie als Künstler verstand. Der Sohn eines Schreinermeisters war ein gebildeter Mann und hatte Auftraggeber in ganz Mitteleuropa. Während des Krieges scheinen vor allem zahlungskräftige Offiziere zu seinen Kunden gehört zu haben. Noch in den 1650er Jahren stockten jedoch die Aufträge; bei seinem Tod hinterließ Eck einen Berg Schulden.
Wie für die flachen Intarsienwerke, die aus dünnen Holzfurnieren zusammengesetzt sind, gilt auch für die Reliefintarsien, dass ihr ästhetischer Reiz durch die Kombination verschiedenster Holzarten entsteht. Die Egerer Meister nutzten für ihre Arbeit vor allem heimische Hölzer, wie Fichte, Linde oder Buche. Teure Edelhölzer, wie Ebenholz, wurden meist durch das Einfärben von minderwertigerem Holz imitiert. So ist der Korpus der Branitzer Arbeit aus dunklem, ebonisiertem (gelacktem) Holz gefertigt. Das Erscheinungsbild des Schrankes ist geprägt durch das Gegeneinandersetzen heller und dunkler, gemaserter und schlichter Hölzer. Die geschickte Kombination verschiedenfarbiger Hölzer und die Techniken der Oberflächenbearbeitung, wie Gravieren und Punzieren, führten zu einer malerischen Erscheinung. So sind die Landschaften im Hintergrund aus unterschiedlichen Grüntönen modelliert. Die feine Bearbeitung der Holzoberfläche imitiert drapierte Stoffe unterschiedlichster Färbung und Musterung, die verschiedenartigen Fellstrukturen der Tiere und zeichnet feine Züge in Mimik und Gestik der Figuren.
Originell an diesem Holzschrank ist sein umfangreiches Dekor, welches aus kunstvollen wie seltenen Reliefintarsien besteht. Es gab nur wenige Meister im 17. Jahrhundert, die diese Technik beherrschten. Einer von ihnen war Adam Eck, dessen einmaliger Stil sich auch am Branitzer Beispiel ablesen lässt.
Solch ein Kabinettschrank zählte zu den künstlerisch anspruchsvollsten Erscheinungen europäischer Möbelkunst. Diese Schränke entstanden parallel mit den fürstlichen Kunst- und Wunderkammern im 16. Jahrhundert. Ihr Inneres ist meist kleinteilig und setzt sich aus zahlreichen Fächern und Schubladen zusammen.
Auf einer historischen Fotografie von 1890 ist zu sehen, dass der Schrank in der Bibliothek des Schlosses aufgestellt war. Der Standort des Schrankes vor dieser Zeit ist nicht bekannt. Der Vergleich mit einer weiteren historischen Aufnahme (zwischen den Fenstern) zeigt, dass der Schrank nicht mehr vollständig ist. So fehlen seit 1945 ein Türflügel, die Tür der zentralen Nische sowie zwei gedrehte Säulen, welche den Gewölbebogen im Inneren des offenen Faches stützten.
Der Kabinettschrank erscheint wie eine Bildergalerie zum Thema Christliche Glaubensfestigkeit. Die Türflügel waren außen mit je zwei fast quadratischen Relieffeldern dekoriert. Sie sind den patres ecclesiae – den vier römischen Kirchenvätern gewidmet. Auf den Innenflächen sind die vier Evangelisten dargestellt. Die zwölf Bildtafeln im Inneren, von denen heute noch zehn erhalten sind, zeigen das Credo in Deum – das apostolische Glaubensbekenntnis. In der zentralen Nische ist Jesus im Grab zu sehen, zu dem sich just in diesem Moment ein Engel gesellt.
Für die Egerer Meister – wie generell im Kunsthandwerk jener Zeit – war es üblich, graphische Blätter als Vorlagen für die Arbeiten zu nutzen. Auch für den Branitzer Schrank sind solche Vorlagen nachweisbar. So folgen die Schnitzereien der Türflügel Darstellungen des italienischen Malers Paolo Veronese (1528–1588), dessen Bildzyklen von Kupferstechern wie Matthäus Merian d. Ä. (1593–1650) in Druckgrafik übersetzt und dann vielfach publiziert wurden. Ähnliches gilt für die Bildtafeln im Inneren. Sie folgen einer Kupferstichreihe von Johann Sadeler (1550–1600), der sich wiederum auf Entwürfe des einflussreichen flämischen Malers Marten de Vos (1523–1603) bezog.
Die Blütezeit der Reliefintarsien war im 17. Jahrhundert. Vor allem in der Stadt Eger (heute Cheb in Tschechien) am gleichnamigen Nebenfluss der Elbe im Fichtelgebirge hatten sich viele Bildschneider auf diese besondere Schnitzkunst spezialisiert. Ausgerechnet im verheerenden Dreißigjährigen Krieg boomte die Egerer Intarsienkunst. Durch die verhältnismäßig kurze Phase der Kultivierung dieses Handwerks sind heute nur wenige Werke erhalten.
Als einer der Begründer der Technik im deutschsprachigen Raum gilt Adam Eck (1604-1664), der sich nicht nur als Handwerker, sondern in erster Linie als Künstler verstand. Der Sohn eines Schreinermeisters war ein gebildeter Mann und hatte Auftraggeber in ganz Mitteleuropa. Während des Krieges scheinen vor allem zahlungskräftige Offiziere zu seinen Kunden gehört zu haben. Noch in den 1650er Jahren stockten jedoch die Aufträge; bei seinem Tod hinterließ Eck einen Berg Schulden.
Wie für die flachen Intarsienwerke, die aus dünnen Holzfurnieren zusammengesetzt sind, gilt auch für die Reliefintarsien, dass ihr ästhetischer Reiz durch die Kombination verschiedenster Holzarten entsteht. Die Egerer Meister nutzten für ihre Arbeit vor allem heimische Hölzer, wie Fichte, Linde oder Buche. Teure Edelhölzer, wie Ebenholz, wurden meist durch das Einfärben von minderwertigerem Holz imitiert. So ist der Korpus der Branitzer Arbeit aus dunklem, ebonisiertem (gelacktem) Holz gefertigt. Das Erscheinungsbild des Schrankes ist geprägt durch das Gegeneinandersetzen heller und dunkler, gemaserter und schlichter Hölzer. Die geschickte Kombination verschiedenfarbiger Hölzer und die Techniken der Oberflächenbearbeitung, wie Gravieren und Punzieren, führten zu einer malerischen Erscheinung. So sind die Landschaften im Hintergrund aus unterschiedlichen Grüntönen modelliert. Die feine Bearbeitung der Holzoberfläche imitiert drapierte Stoffe unterschiedlichster Färbung und Musterung, die verschiedenartigen Fellstrukturen der Tiere und zeichnet feine Züge in Mimik und Gestik der Figuren.
Production placeEger
Production periodum 1675
Object nameSchrank
MaterialFichtenholz, Kiefernholz, Lindenholz, Birnbaumholz, Holz
Dimensions
Höhe: 200 cm
Breite: 127 cm
Tiefe: 52 cm
Breite: 127 cm
Tiefe: 52 cm
